Bauplan
Lärm
Schadstoffe
Geruch
Immobilien-
preise
+5%
0%
-5%
-10%

Prognostizierte Änderung der Grundpreise (Durchschnitt)

2004
Ohne 3. Bahn 2020
Mit 3. Bahn 2020

Geruch

>10%
>9%
>8%
>7%
>6%
>5%
>4%
>3%
>2%

Anteil der Jahresstunden mit Geruch

Ruß

> 5
> 2
> 1
> 0.5

in Mikrogramm/m³

Benzoapyren

> 2
> 1
> 0.5
> 0.2
> 0.1
> 0.05

in Nanogramm/m³

2004
Ohne 3. Bahn 2020
Mit 3. Bahn 2020
Ruß
Benzoapyren

Dezibel

> 70
> 65
> 60
> 55
> 50
Nacht-schutzzone

Dezibel

> 70
> 65
> 60
> 55
Quelle: Planfeststellungsbeschluss, Obermeyer Planen und Beraten GmbH, Kartendaten: OpenStreetmap
2012
2008
Ohne 3. Bahn 2025
Mit 3. Bahn 2025
Tag
Nacht
Was zeigt die Karte?

Den Dauerschallpegel am Münchner Flughafen, je nach Ausbaustufe mit oder ohne dritte Start-und-Landebahn und je nach Tageszeit. Je dunkler die Farbe, desto lauter. Die Angaben beruhen auf Schallprognosen aus dem Baugenehmigungsverfahren. Allerdings sind die endgültigen Flugrouten noch nicht festgelegt, und beim Dauerschallpegel handelt es sich um eine reine Durchschnittsberechnung – nicht etwa um Spitzenwerte, die erreicht werden, wenn ein Flugzeug startet oder landet.

In den Unterlagen zur dritten Start-und-Landebahn ist immer wieder von „Prognosenullfall“ und „Planungsfall“ die Rede, zwei verwirrende Fachausdrücke. Prognosenullfall heißt: Null und nichts wird gebaut, die dritte Bahn wird nicht verwirklicht. In diesem Fall zeigen die Prognosen und Karten, wie sich der Flugverkehr mit nur zwei Bahnen entwickeln würde. „Planungsfall dagegen bedeutet: Die dritte Bahn wird errichtet, die Prognosen und Karten beziehen die Folgen des Ausbaus ein.

Wie laut wird es wirklich?

Die Stärke des Schalldrucks – auch Lautstärke genannt – wird in Dezibel (db) gemessen. Wird Schall 10 Dezibel intensiver, nehmen wir ihn subjektiv etwa doppelt so laut wahr. Null Dezibel sind quasi nicht hörbar, zwischen 90 und 120 kann das Ohr geschädigt werden, bei 130 ist die Schmerzgrenze erreicht. Im Detail eine Aufstellung des Bundesumweltministeriums:

  • 30 Dezibel – Ticken einer leisen Uhr, feiner Landregen
  • 40 – nahes Flüstern, ruhige Wohnstraße
  • 50 – normale Unterhaltung
  • 60 – Fernseher in Zimmerlautstärke, Unterhaltung im Büro
  • 70 – Rufen, ein PKW in zehn Meter Entfernung
  • 80 – Hauptverkehrsstraße
  • 85 – ein Airbus 320 beim Start in 300 Meter Entfernung
  • 90 – eine laute Fabrikhalle
  • 100 – Autohupe in sieben Meter Abstand
  • 120 – ein Flugzeugtriebwerk

Unsere Karte zeigt den sogenannten Dauerschallpegel. Er ist eine Art Durchschnittswert, der unterschiedlich laute Geräusche vergleichbar macht. Er errechnet sich gemäß dem Fluglärmschutzgesetz aus den sechs verkehrsreichsten Monaten eines Jahres, unterschieden in Tag (6 bis 22 Uhr) und Nacht (22 bis 6 Uhr). Die Lärmwerte bei Starts und Landungen werden hierfür je nach Intensität, Häufigkeit und Dauer analysiert und zusammengefasst.

Der Maximalpegel des Lärms wird dagegen nicht errechnet. Gemeint ist damit zum Beispiel der Spitzenwert, wenn ein Flugzeug ein Haus überfliegt. Gerade weil Flugzeuge keinen dauerhaften Lärm erzeugen wie zum Beispiel Autobahnen, sondern alle paar Minuten neue Höhepunkte, wäre dieser Wert für viele vom Ausbau Betroffene wichtiger.

Welche Gegenden betrifft der Lärm besonders?

Das Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm definiert drei Lärmschutzbereiche – zwei für den Tag und einen für die Nacht:

  • Tag-Schutzzone 1: ab 60 Dezibel Dauerschallpegel
  • Tag-Schutzzone 2: ab 55 Dezibel Dauerschallpegel
  • Nacht-Schutzzone: ab 50 Dezibel Dauerschallpegel, mit sechs mal 53 Dezibel Maximalschallpegel

In Schutzzone 1, wo nach Bau der dritten Start-und-Landebahn gut 5000 Menschen leben würden, ist es besonders laut. Die Anwohner hier haben Anspruch darauf, dass ihnen der Flughafenbetreiber den Schallschutz erstattet, und sie werden entschädigt. Neue Häuser dürfen hier nicht gebaut werden – und auch keine Krankenhäuser, Kindergärten oder Altenheime. Letztere gelten als besonders schutzbedürftige Einrichtungen. Von ihnen dürfen auch in Schutzzone 2 keine weiteren errichtet werden.

Wie viel Lärm ist nachts erlaubt?

Das Fluglärmschutzgesetz setzt die Nacht zwischen 22 und 6 Uhr an. In München ist Starten und Landen in dieser Zeit eingeschränkt erlaubt. Zwischen Mitternacht und 5 Uhr sind nur Nachtluftpost- und Vermessungsflüge der Flugsicherung zugelassen. Zwischen 22 Uhr und Mitternacht sowie zwischen 5 und 6 Uhr dürfen nur Flugzeuge starten und landen, die auf der sogenannten Bonusliste des Bundesverkehrsministeriums stehen. Pro Nacht sind maximal 28 planmäßige Flugbewegungen im Linien- und Charterverkehr erlaubt. Die jeweiligen Fluggesellschaften müssen einen Wartungsschwerpunkt in München haben. Die Flugzeuge dürfen keinen höheren Einzelschallpegel als 75 Dezibel erzeugen. Für Ausbildungs- und Übungsflüge gibt es Ausnahmen.

Auf der dritten Start-und-Landebahn soll zwischen 22 Uhr und 6 Uhr ein komplettes Nachtflugverbot gelten – außer bei Notfällen und Katastrophen oder wenn eine der zwei anderen Bahnen gesperrt ist. Letzteres aber nur, wenn dadurch erhebliche Verspätungen oder Flugausfälle vermieden werden.

Wie viele Menschen betrifft der Lärm konkret?

Die Regierung von Oberbayern nennt für den Dauerschallpegel tagsüber folgende Zahlen:

  • 52 bis 55 Dezibel: jetzt 14.100 Betroffene – nach dem Ausbau 23.700
  • 55 bis 60: jetzt 9600 – nachher 11.200
  • 60 bis 65: jetzt 2400 – nachher 4300
  • 65 bis 70: jetzt 90 – nachher 490
  • mehr als 70: jetzt 5 – nachher 185

In der Nacht, also von 22 Uhr bis 6, soll die Zahl der Betroffenen abnehmen, weil es durch die dritte Start-und-Landebahn dann weniger Starts und Landungen gebe:

  • 50 bis 55: jetzt 5600 – nachher 3400
  • 55 bis 60: jetzt 510 - nachher 190
  • mehr als 60: jetzt 65 – nachher 30
Was zeigt die Karte?

Die Zusatzbelastungen durch Ruß und Benzoapyren. Den Planungsprognosen zufolge werden sie in unmittelbarer Nähe zum Flughafen nennenswert größer. In den nächstgelegenen Wohngebieten wie Attaching würden sie beim Bau der dritten Start-und-Landebahn bei maximal 0,01 Nanogramm Benzoapyren pro Kubikmeter und 0,05 Mikrogramm Ruß pro Kubimeter liegen. Bezogen auf das ganze Jahr entspräche das etwa einem Prozent Zunahme.

In den Planungsgutachten wurden alle Schadstoffe berücksichtigt, die die Luftqualität rund um einen Flughafen beeinträchtigen können. Konkret analysiert wurden auch Stickstoffoxide, vor allem Stickstoffdioxid, Kohlenwasserstoffe mit den Komponenten Benzol, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Feinstaub mit einer Partikelgröße kleiner 10 Mikrometer und kleiner 2,5 Mikrometer. Einzig bei Ruß und Benzoapyren wurden aber angesichts möglicher Folgen Karten erstellt.

Eine Prognose zum Treibhausgas CO2 gibt es nicht. Im Planfeststellungsbeschluss steht dazu, dieses Treibhausgas wirke im globalen und nicht im regionalen Maßstab – daher werde es nicht in die Analysen einbezogen.

Die Karte zeigt nicht wie beim Lärm eine Prognose für 2025, sondern für 2020. Denn nur die Lärmkarten wurden im Laufe des Planungsprozesses infolge der Finanzkrise 2008 angepasst. Laut Planfeststellungsbeschluss ergäbe eine Anpassung an 2025 keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn.

Wie gefährlich sind das Benzoapyren und Ruß?

Benzoapyren ist ein Kohlenwasserstoff, der vor allem bei der unvollständigen Verbrennung organischer Stoffe entsteht – in Auto- und Industrieabgasen, aber manchmal auch beim Räuchern, Grillen oder Trocknen über offenem Feuer. Der Stoff selbst ist nicht giftig, wird im Körper aber umgewandelt und kann dann das Erbgut schädigen und Krebs auslösen. Eine EU-Verordnung regelt die Höchstgehalte von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen in Lebensmitteln. Die vorhergesagten Konzentrationen am Flughafen liegen unter dem Grenzwert von 1 Nanogramm pro Kubikmeter; die höchste Zusatzbelastung würde bei 0,14 Nanogramm pro Kubikmeter liegen – und damit unter dem zulässigen Jahresmittelwert.

Für Ruß, dem viele gesundheitsschädliche Wirkungen attestiert werden, gibt es wiederum keine verbindlichen Grenzwerte. Dennoch wurden auch hier die voraussichtlichen Veränderungen analysiert – mit dem Ergebnis: Selbst wenn die Belastung an den ungünstigsten Stellen um 0,1 Mikrogramm pro Kubikmeter steigt, sei dies nicht gefährlich.

Ist die Gesundheit gefährdet?

Den Planungsunterlagen zufolge hätte der Bau der neuen Start-und-Landebahn keine nennenswerten Folgen für die Gesundheit der Menschen, im Übrigen auch nicht durch den zusätzlichen Straßenverkehr und auch nicht während der achtjährigen Bauphase. Das Projekt sei mit „den Belangen der Lufthygiene vereinbar“. Dass einige Schadstoffe die Luft stärker belasten, sei „angesichts der infrastrukturellen Bedeutung des Änderungsvorhabens hinzunehmen“, steht im Planfeststellungsbeschluss. Die Gegner sehen das kritischer – ihre Argumente lesen Sie unter der Grafik.

Werden Flugzeuge öfter Treibstoff ablassen?

Im Grundsatz wird in der Nähe des Flughafens München kein Treibstoff abgelassen. 2007 und 2008 geschah das offiziellen Angaben zufolge im deutschen Luftraum viermal – wobei das freigesetzte Kerosin in hohen Luftschichten verdunstet und durch die Sonne in Wasser und Kohlendioxid verwandelt wird. So erreicht nur ein Bruchteil des abgelassenen Kerosins den Boden.

Was zeigt die Karte genau?

Gerüche setzen sich aus vielen Verbindungen zusammen. Sie sind schwierig in Zahlen zu fassen, zumal sie sich überlagern oder gegenseitig beeinflussen können, so dass die Wirkung vervielfacht oder aufgehoben wird. In Bayern existiert laut Landesamt für Umwelt derzeit keine Richtlinie, wie sie zu bewerten sind – und so wird gern auf die Geruchsimmissionsrichtlinie (GIRL) aus Nordrhein-Westfalen zurückgegriffen. Sie benennt, wie häufig Gerüche auftreten dürfen. Maßeinheit sind Jahresstunden. In Wohn- und Mischgebieten ist eine Geruchswahrnehmung in zehn Prozent der Jahresstunden zulässig, in Gewerbe- und Industriegebieten in 15 Prozent. Bei Zusatzbelastungen unter zwei Prozent der Jahresstunden kann eine Anlage ohne weitere Prüfung genehmigt werden.

Die Karte, die dem Planungsgutachten entnommen ist, versucht, die Geruchsbelastung rund um den Flughafen abzuschätzen. Ihr zufolge wird es vor allem in unmittelbarer Nähe zum Flughafen deutlich schlimmer. In näheren Wohngebieten steigt die Geruchsbelastung durch die dritte Start-und-Landebahn um bis zu 2,1 Prozent – dieser Höchstwert wird in Schwaigermoos erreicht.

Die Karte zeigt nicht wie beim Lärm eine Prognose für 2025, sondern für 2020. Denn nur die Lärmkarten wurden im Laufe des Planungsprozesses infolge der Finanzkrise 2008 angepasst. Laut Planfeststellungsbeschluss ergäbe eine Anpassung an 2025 keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn.

Wie entstehen die Gerüche?

An einem Flughafen kommen viele Ursachen zusammen. Wichtige Auslöser übler Gerüche sind neben dem normalen Flugbetrieb bei Starts und Landungen vor allem unverbrannte Kerosinbestandteile der Flugzeug-, Helikopter- und Hilfstriebwerke, außerdem Probeläufe und das Kerosintanklager.

Welche Orte sind besonders betroffen?

Je näher, desto schlimmer: Die 2,1 Prozent Belastungszunahme in Schwaigermoos machen den Ort zu einem der Hauptverlierer der neuen Start-und-Landebahn, was Gerüche angeht. In der Gesamtbelastung trifft es besonders Brandau mit 5,8 Prozent Jahresstunden und Attaching mit 4,6 Prozent. Abgesehen von solchen Orten in der näheren Umgebung liegen die wahrnehmbaren Geruchsbelästigungen der Prognose zufolge aber unter zwei Prozent der Jahresstunden. Damit kann der Ausbau den Unterlagen zufolge ohne weitere Prüfung genehmigt werden. Gerüche, die als belästigend empfunden werden, müssten hingenommen werden – die Kritiker sehen das anders, ihre Argumente lesen Sie unter der Grafik.

Was wird gebaut?

Die Karte zeigt den Münchner Flughafen und die dritte Start-und-Landebahn die im Nordosten der heutigen Anlage geplant ist. Das Projekt umfasst mehr als die eigentliche Bahn: Auch Straßen müssen für das Projekt umgebaut werden, unter anderem die Staatsstraßen 2084 und 2584 sowie die Kreisstraße ED 5. Die dritte Start-und-Landebahn bekommt eine dritte Feuerwache, Schneedeponien, Rollbrücken, Vorfelder als Abstellmöglichkeiten für 78 Flugzeuge und überbaubare Flächen für ein weiteres Abfertigungsgebäude. Daneben gibt es Pläne, den Zugtunnel nach Osten zu verlängern.

Die dritte Bahn darf vier Kilometer lang und 60 Meter breit werden. Insgesamt geht es bei dem genehmigten Projekt um 1780 Hektar, die außerhalb des heutigen Flughafengeländes liegen – ein Hektar entspricht etwa der Größe eines Fußballfeldes. 93 Monate soll der Bau dauern, also fast acht Jahre.

Worüber stimmt München ab?

Das Luftamt Südbayern als Teil der Regierung von Oberbayern hat den Bau der dritten Start-und-Landebahn mit dem Planfeststellungsbeschluss schon komplett genehmigt. Allerdings sind noch Klagen von Ausbaugegnern anhängig. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat deshalb gebeten zu warten, bis darüber im Hauptsacheverfahren entschieden ist. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) folgten der Bitte.

Bei dem Münchner Entscheid geht es nun darum, wie sich die Stadt München als Gesellschafterin des Flughafens gegenüber den Plänen verhalten soll. Stimmen die Bürger gegen den Bau der dritten Start-und-Landebahn, hat Ude angekündigt, in der Gesellschafterversammlung des Flughafens gegen das Projekt zu stimmen. Der Bau würde damit höchst unwahrscheinlich, denn das Votum muss in dieser Frage einstimmig sein. Auch der Freistaat als Miteigentümer wird das Ergebnis dann nicht ignorieren können.

Die Bürger der Stadt bekommen in der Abstimmung zwei sich widersprechende Fragen gestellt – und eine Stichfrage, welche Seite den Vorzug bekommt, falls beide eine Mehrheit finden.

- Die erste Frage: Soll die Stadt München in den Gremien der Flughafengesellschaft der dritten Bahn zustimmen, wohlgemerkt „ohne sich an den Kosten zu beteiligen“? Die Mehrheit des Stadtrates ist dafür, auch die SPD von Oberbürgermeister Ude, daher heißt diese Frage „Ratsbegehren“.

- Die zweite Frage: Soll die Stadt „alle ihre Möglichkeiten als Gesellschafterin“ des Flughafens nutzen, um den Bau zu verhindern, und in der Gesellschafterversammlung mit Nein stimmen? Diese Position unterstützen unter anderem die Grünen, um den Bau politisch zu erschweren.

- Die Stichfrage: Sie entscheidet, falls unerwartet beide Fragen eine Mehrheit bekommen (oder keine).

Alle Fragen und Antworten zum Bürgerentscheid finden Sie hier.

Wieso überhaupt eine dritte Start-und-Landebahn?

536.000 Flugbewegungen im Jahr 2020, 590.000 im Jahr 2025 – und bis zu 58,2 Millionen Passagiere: Das sind die offiziellen Prognosen aus dem Bauverfahren für die dritte Start-und-Landebahn. Die jetzige Kapazitätsgrenze liegt bei 43,9 Millionen Passagieren und 480.000 Flugbewegungen im Jahr. Die Flughafengesellschaft argumentiert, diese werde wohl schon vor 2020 erreicht.

Die Gegner des Ausbaus sehen die Lage anders – lesen Sie ihre Argumente unter der Grafik.

Was tun die Gegner, um den Bau zu verhindern?

Als die Planungsunterlagen Ende 2007 erstmals öffentlich auslagen, gab es 57.551 schriftliche Einwendungen gegen den Bauantrag – allein von Trägern öffentlicher Belange und betroffenen Gemeinden gingen 142 Stellungnahmen ein. Als im Jahr 2010 die Unterlagen erneut auslagen, bekam die Regierung von Oberbayern als Planungsbehörde 24.808 Einwendungen. Außerdem gründeten sich rund um den Flughafen Bürgerinitiativen, die sich in dem Aktionsbündnis „Aufgemuckt“ (http://keine-startbahn3.de/) zusammengeschlossen haben und mit zahlreichen Aktionen gegen den Bau demonstrieren. Die Gegner des Ausbaus argumentieren, der Flughafen könne auch ohne die dritte Startbahn genug wachsen.

Lesen Sie die Argumente beider Seiten unter der Grafik.

Was brächte das Projekt wirtschaftlich?

München soll endgültig zu einem der wichtigsten Drehkreuze im europäischen Luftverkehr werden – mit positiven Folgen für die Wirtschaft in der Region. Prognosen im Planverfahren zufolge soll der Bau der dritten Start-und-Landebahn Arbeitsplätze schaffen. 11.000 statt 6.000 Stellen werde es nach dem Ausbau geben, sagt die Flughafengesellschaft, in allen Bereichen und für alle Qualifikationen.

Die Gegner sehen die Sache skeptischer – lesen Sie ihre Argumente unter der Grafik.

Wo verliert der Grund am meisten Wert?

Vor allem im Ort Attaching im Westen der geplanten Start-und-Landebahn verlieren die Grundstücke drastisch an Lebensqualität – und Wert. Dies ergibt zumindest die Prognose im Rahmen des Planungsverfahrens. Die Karte zeigt, wie sich die mittleren Grundstückspreise verändern. Gegenstand der Untersuchung ist die Einschätzung von Grundstückskäufern. Sie wurden befragt, welche Grundstückspreise sie unter Berücksichtigung des Fluglärms akzeptieren würden. Für die meisten anderen Orte und Stadtteile in der Umgebung erwarten die Planer dagegen keine Veränderung – für einige sogar eine Verbesserung, weil sich die Flugrouten ändern und die Belastung der dann insgesamt drei Bahnen neu justiert würde.

Wem muss der Flughafen den Grund abkaufen?

Die Regierung von Oberbayern hat ein Entschädigungsgebiet in Attaching-Süd definiert. Dort haben Grundstückseigener und Erbbauberechtigte Anspruch darauf, dass ihnen die Flughafengesellschaft ihr Eigentum zum Verkehrswert des Stichtags 5. November 2007 abkauft. Insgesamt erfüllen etwa 100 Anwesen die Kriterien für eine Übernahme: 70 Dezibel Dauerschallpegel am Tag, 60 Dezibel in der Nacht. Der Anspruch ist befristet, auf fünf Jahre nach Inbetriebnahme der dritten Start-und-Landebahn. Er erlischt laut Fluglärmgesetz, wenn schon Kosten für Schallschutz erstattet oder Entschädigungen gezahlt wurden.

Wer bekommt sonst noch Entschädigung?

Menschen in der Tagesschutzzone 1 (mehr als 60 Dezibel tagsüber) müssen Lärmschutzkosten erstattet bekommen. Außerdem steht ihnen eine Entschädigung für Wertverlust zu. Nach Bau der dritten Start-und-Landebahn würden in dieser Zone etwa 5000 Anwohner leben. Viele von ihnen beklagen sich über eine schleppende Bearbeitung der Entschädigungsforderungen durch den Flughafen.

Wie hoch die Entschädigung genau sein wird, ermittelt die Flughafengesellschaft noch. Sie rechnet mit mehreren hundert Millionen Euro. Zum Lärmschutz und dem Ankauf von Grundstücken kommen noch weitere Zahlungen auf sie zu. So muss der Flughafen 900 Hektar Ausgleichsfläche kaufen und sich um den Schutz von Flora und Fauna kümmern.

Darüber hinaus gibt es einen Umlandfonds über 100 Millionen Euro. Er ist für besondere Härtefälle bestimmt, etwa wenn ein Grundstück nur wenige Meter hinter der definierten Entschädigungslinie liegt. Der Nachbarschaftsbeirat der betroffenen Gemeinden kann über die Verwendung entscheiden.

Das sagen die Befürworter

Josef Schwendner

Leiter des Konzernbereichs Recht und Compliance der Flughafen München GmbH

Was der Bau der dritten Start-und-Landebahn der Region bringt...

Wie zuverlässig die Lärmprognosen sind und wie das Nachtflugverbot aus Sicht des Konzerns ist...

zu Schadstoffen und Geruch: Was sich im Flugbetrieb ändern muss, um die Belastung für die Umwelt zu minimieren...

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Wie unbürokratisch die Entschädigungsmaßnahmen sind...

Das sagen die Gegner

Christian Magerl

Grünen-Abgeordneter im Bayerischen Landtag

Wie realistisch die Baukosten von 1,2 Milliarden Euro sind...

Ob der Dauerschallpegel die richtige Kenngröße ist und die Belange der Bürger ausreichend berücksichtigt wurden...

zu Schadstoffen und Geruch: Warum CO2-Werte in den Gutachten nicht berücksichtigt wurden...

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Wie weit die Entschädigungen für die Betroffenen reichen...

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